Breathwork aus eigener Erfahrung: Wie Atemarbeit Gesundheit und Wohlbefinden fördern kann
Meine Erfahrung mit Breathwork begann nicht mit einer geplanten Entscheidung – sie begann mit einer Herzoperation.
Nach dem Eingriff merkte ich, wie stark mein Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten war. Ich suchte nach Wegen, wieder zu mir zu finden – und stieß dabei auf James Nestors Buch Breath. Es öffnete mir die Augen dafür, wie fundamental der Atem unser gesamtes System beeinflusst. Von da an ließ mich das Thema nicht mehr los.
Ich vertiefte mich in die Pranayama Atmung, machte eine Ausbildung zum Pranayama Lehrer und begann zum ersten Mal wirklich zu verstehen, was Atmung im Körper bewirken kann. Dann kam HeartMath – und mit Biofeedback-Geräten konnte ich plötzlich messen, was ich vorher nur spürte: wie direkt der Atem das Herz und das Nervensystem beeinflusst. Als ich dann die Wim Hof Methode ausprobierte, erlebte ich etwas, das ich bis heute nicht vergessen habe – eine Intensität und Energie, die ich so noch nie gespürt hatte. Allein durch meinen Atem.
Das war der Moment, in dem ich wusste: Ich will alles darüber lernen. Ich absolvierte eine Breathwork Coach Ausbildung, nahm am Psychedelic Breath Teacher Training bei Eva Kaczor teil und machte zusätzlich eine Yogalehrerausbildung in Indien. Seitdem habe ich unzählige Breathwork Sessions miterlebt und selbst angeleitet – transformative Breathwork Sessions mit Conscious Connected Breathing, Soma Breath, Sudarshan Kriya sowie Psychedelic Breath Sessions. Jede einzelne davon hat mir gezeigt, wie vielschichtig und kraftvoll diese Arbeit mit dem Atem wirklich ist. Meine Erfahrungen mit Breathwork wachsen bis heute.
Noch neu beim Thema? Lies zuerst: Was ist Breathwork?
Meine Breathwork Session Erfahrungen – das Positive und das Herausfordernde
In den vielen Sessions, die ich begleitet und miterlebt habe, durfte ich eines immer wieder beobachten: Breathwork zeigt dir, was du wirklich brauchst – nicht immer das, was du erwartest oder was du möchtest.
Viele Menschen beginnen während einer Session zu weinen. Das klingt im ersten Moment nach einer negativen Erfahrung – ist es aber oft gar nicht. Denn im Nachgespräch berichten die Teilnehmenden häufig genau das Gegenteil: dass sich durch die Tränen etwas gelöst hat. Etwas, das sie lange mit sich getragen haben. Emotionen, die unterdrückt waren – manchmal seit der Kindheit, aus einer Zeit, in der man noch nicht alt genug war, um zu verstehen, was man eigentlich fühlt. Aber der Körper hat es gespeichert. In den Muskeln, in den Faszien. Und Breathwork kann genau dort hinreichen und diese alten Muster lösen – das sagt nicht nur die Wissenschaft, das habe ich persönlich bei mir und bei anderen erlebt.
Andere Menschen lachen während der Session, bewegen sich intensiv oder erleben tiefe innere Bilder. Eine Teilnehmerin berichtete im Nachgespräch, dass sie während der Session ihren verstorbenen Vater gesehen hat – klar und deutlich. Sie sah Lichter, spürte seine Anwesenheit. Erfahrungen, die sich mit Worten kaum fassen lassen, aber für die Menschen, die sie erleben, zutiefst bedeutsam sind.
Was passiert mit Gehirn und Bewusstsein wenn man bewusst atmet?
Viele Menschen fragen sich, warum eine Breathwork Session so intensive Erfahrungen auslösen kann. Die Antwort liegt zum Teil in dem, was bewusstes Atmen direkt in unserem Gehirn bewirkt.
Durch die schnelle, verbundene Atmung verändert sich der CO2-Gehalt im Blut – und das hat weitreichende Auswirkungen auf unser Nervensystem und unser Bewusstsein. Eine aktuelle Studie der Brighton and Sussex Medical School, veröffentlicht in der Fachzeitschrift PLOS One, konnte erstmals mittels MRT-Bildgebung zeigen, dass Breathwork in Kombination mit Musik den Blutfluss im Gehirn verändert – insbesondere in der rechten Amygdala und dem vorderen Hippocampus. Das sind genau jene Bereiche, die für die Verarbeitung emotionaler Erinnerungen zuständig sind. Die Forschenden stellten fest, dass diese Veränderungen denen ähneln können, die bei der Einnahme psychedelischer Substanzen beobachtet werden – weshalb intensive Breathwork-Formen wie Psychedelic Breath inzwischen auch wissenschaftlich ernst genommen werden.
Breathwork und Gehirnwellen: Warum sich dein Bewusstsein verändert
Durch bewusstes Atmen verändern sich auch die Gehirnwellen. Im normalen Wachzustand dominieren Beta-Wellen – unser Alltags- und Denkmodus. Während einer Breathwork Session können sich diese in Richtung Alpha- und Theta-Wellen verschieben – jene Zustände, die wir sonst nur in tiefer Meditation, im Halbschlaf oder im sogenannten Flowzustand erleben. Besonders beim Psychedelic Breath gelangen wir in Zustände, für die es normalerweise 20 Jahre tägliches Meditationstraining braucht. Genau das erklärt, warum viele Menschen in einer Session plötzlich intensive innere Bilder sehen, tiefe Emotionen spüren oder Erinnerungen auftauchen, die sie längst vergessen hatten.
Der innere Kritiker kann herunterfahren und wir geben dem Körper die Führung. Gehirnbereiche, die im normalen Alltag weniger aktiv sind, werden zugänglich. Verdrängte Emotionen, tief gespeicherte Erinnerungen oder körperliche Spannungen können an die Oberfläche kommen – nicht weil wir sie suchen, sondern weil der Atem den Raum dafür schafft. Bewusstes Atmen ist damit weit mehr als eine Entspannungstechnik – es ist ein direkter Zugang zu Schichten in uns, die wir im Alltag selten berühren.
Genau deshalb ist es so wichtig, dass bei intensiven Breathwork Sessions ein erfahrener Breathwork Coach dabei ist. Wenn tief verdrängte Emotionen oder unerwartete Erinnerungen hochkommen, braucht es jemanden, der den Raum hält, die Erfahrung einordnen kann und dich sicher durch den Prozess begleitet. Ein ausgebildeter Breathwork Coach erkennt, was du gerade brauchst – ob das stille Präsenz ist, eine sanfte Berührung zur Erdung oder das richtige Wort im richtigen Moment. Ohne diese Begleitung können intensive Erfahrungen überwältigend wirken, anstatt sich zu entfalten und zu lösen.
Kohlendioxid, Sauerstoff und die Rolle der Atmung bei Gesundheit
Die meisten Menschen atmen falsch – und wissen es nicht. Sie atmen flach in die Brust, oft als direkte Folge von chronischem Stress, und viele atmen durch den Mund statt durch die Nase. Beides hat weitreichende Auswirkungen auf den Körper, die weit über das Atmen selbst hinausgehen.
Auch der Kohlendioxidhaushalt spielt dabei eine entscheidende Rolle, die häufig unterschätzt wird. Laut James Nestor in seinem Buch *Breath: The New Science of a Lost Art können erhöhte CO2-Werte durch den Bohr-Effekt die Sauerstoffversorgung des Gewebes verbessern. Es geht also nicht darum, möglichst viel Sauerstoff aufzunehmen – sondern darum, wie kontrolliertes Atmen dessen Nutzung im Körper optimiert.
Einen ähnlichen Gedanken betont Konstantin Buteyko, dessen Methode Ralph Skuban in seinem Buch *Die Buteyko Methode beschreibt. Moderne Menschen neigen dazu, zu oft und zu viel zu atmen. Diese Überatmung erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut kaum – die Sauerstoffsättigung bleibt weitgehend stabil. Was sich jedoch verändert, ist der CO2-Gehalt. Wer zu schnell oder zu tief atmet, atmet zu viel Kohlendioxid aus – ein Gas, das eine wesentliche Rolle bei der Sauerstoffversorgung, der Gefäßregulation und dem Atemgleichgewicht spielt.
Besonders die Nasenatmung ist dabei ein Schlüssel, den viele übersehen. James Nestor beschreibt, wie sie die Produktion von Stickstoffmonoxid unterstützt – einem Molekül, das die Blutgefäße erweitert und den Sauerstofftransport verbessert. Auch bestimmte Pranayama-Techniken wie Bhramari, die Bienensummen-Atmung, können die Stickstoffmonoxidproduktion in den Nasennebenhöhlen erhöhen – mit positiven Effekten auf Atemwege und Durchblutung. Für die Entdeckung der Rolle von Stickstoffmonoxid im Herz-Kreislauf-System wurde 1998 sogar der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin vergeben.
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Pranayama und kohärentes Atmen: Wenn tiefe Atmung die Gesundheit fördern kann
Bevor ich zu Breathwork kam, war Pranayama meine Grundlage – und das aus gutem Grund. Pranayama, die klassische Atempraxis aus dem Yoga, lehrt uns das Fundament: bewusst, tief und kontrolliert zu atmen. Techniken wie die tiefe Bauchatmung zeigen uns, wie wir überhaupt wieder in Verbindung mit unserem Atem kommen – denn die meisten Menschen atmen im Alltag viel zu flach und viel zu schnell, ohne es zu merken.
Bevor ich zu Breathwork kam, war Pranayama meine Grundlage – und das aus gutem Grund. Pranayama, die klassische Atempraxis aus dem Yoga, lehrt uns das Fundament: bewusst, tief und kontrolliert zu atmen. Techniken wie die tiefe Bauchatmung zeigen uns, wie wir überhaupt wieder in Verbindung mit unserem Atem kommen – denn die meisten Menschen atmen im Alltag viel zu flach und viel zu schnell, ohne es zu merken. Wie stark sich allein durch veränderte Atmung die Gesundheit beeinflussen lässt, habe ich in meinem eigenen Atemexperiment mit dem Qiu Ball hautnah erlebt.
Aufbauend auf dieser Grundlage geht kohärentes Atmen noch einen Schritt weiter. Mit etwa 5 bis 6 Atemzügen pro Minute – der natürlichen Resonanzfrequenz des Körpers – synchronisieren sich Herz und Gehirn in einem gemeinsamen Rhythmus. Dieser Zustand, auch als Herzkohärenz bekannt, wurde in der Biofeedback-Forschung mit verbesserter autonomer Regulation und emotionaler Stabilität in Verbindung gebracht.
Was Pranayama und kohärentes Atmen verbindet: Beständigkeit ist der entscheidende Faktor, nicht die Intensität. Wenn du langsam und rhythmisch atmest – und dies zur Gewohnheit machst –, trainierst du dein Nervensystem, flexibel statt hochreaktiv zu sein. Herz und Gehirn beginnen, in einem synchronisierten Muster zu kommunizieren, was sich durch die Messung der HRV nachweisen lässt. Wie das in der Praxis genau funktioniert, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel: Kohärente Atmung für innere Balance: Wie rhythmisches Atmen das Nervensystem reguliert.
Ich freue mich über deinen Kommentar!
Hast du schon eigene Erfahrungen mit Breathwork gemacht? Welche Veränderungen hast du in dir wahrgenommen – körperlich, emotional oder mental? Ich bin gespannt auf deine Geschichte.
Oder wenn du spüren möchtest, wie eine transformative Breathwork Session dich von innen verändern kann – buche jetzt deinen kostenlosen Discovery Call mit mir. Gemeinsam schauen wir, was der Atem für dich bewirken kann.





